2 Comments

  1. Steffen Hannemann
    22. Juni 2019 @ 19:56

    Das Wichtigste im Leben ist es seine Jugendträume Realität werden zu lassen.
    Wer heute meint gar keine zu haben, sollte sich einfach an die Kindheit, Jugendzeit erinnern und was er da gern machen, unternehmen wollte. Jeder wollte es doch besser machen, als seine Eltern, Bekannten und es sind nicht die materiellen Dinge, wie tolles Auto, Haus besitzen, sondern freie selbstbestimmtes Leben führen, fremde Länder bereisen, kennen zulernen ec. was bei den Allermeisten irgendwo noch schlummert.
    Wir haben diese Träume der vermeintlichen Sicherheit: Job, Geld, Ansehen, Anpassung, Anerkennung – hintenangestellt und irgendwann vergessen…

    Bin selber 1961 geboren und dabei etwas Pech gehabt, im Süden von Ostdeutschland, was damals von einer unüberwindbaren Mauer umgeben war. Meine Träume waren diese irgendwann zu überwinden und mit die Welt anzuschauen. Man konnte diese damals niemand erzählen = Stasi ist überall gewesen. 1982 in Ungarn einfach mal die Grenze nach Österreich anschauen – der Busfahrer hat eine kleine Prämie bekommen, wenn er so seltsame Fahrgäste wie mich bei der Polizei abliefert – 14 Monate Arbeitslager Bitterfeld wegen einer Busfahrt.

    Nach 12 Monaten wieder eine Busfahrt, diesmal aus dem Stasi-Gefängnis nach Gießen – Häftlingsfreikauf. Jetzt stand mir alles offen, hatte bei BMW einen Job und stand nur 3 Monate später auf den Kanaren. Hier lebten tausende Aussteiger, es gab aller 14 Tage Geld vom Staat = damals noch den halben Sozialhilfesatz unbürokratisch im Ausland. Heute bei 3 mal so hohen BIP ist es NULL!
    Ich hab überlegt, gleich so frei zu leben, oder aber bei BMW weiterzuarbeiten bis man genug Geld 100.000 D-Mark als Ziel für ein freies Leben gespart hat.
    Entschied mich für das Letztere und bereiste dennoch auf Urlaubsreisen 5 mal mit Inter-Rail Europa. Lernte dabei meine Frau aus Brasilien kennen.

    1991 endlich genug Geld und das Ziel Amazonas mit unseren damals 2 jährigen Sohn. Ein Holzhaus kostet da nur 1400 Euro, ohne Strom, Post, Telefon – aber mit Privatstand und inmitten des Urwalds.
    Die Einheimischen arbeiten da nur 8 Stunden in der Woche, das Nachbarkind paddelt mit seinen 5 Jahren früh zum Fischernetz und holt die Fische zum Stolz der Eltern.

    Aber klar nicht alles klappt und ist für immer – 2000 wieder in Deutschland, ohne Geld – ohne Arbeitslosenversicherung, die 8 Jahre bei BMW waren durch ein neues Gesetz 1994 „verjährt – enteignet“!
    Was macht Spaß: Ein viel schlechter bezahlter Job als bei BMW, oder einfach mit den Fahrrad, Zelt umherfahren, bis zum Nordkap Norwegen im Sommer, bis zum Südwestkap Portugal im Winter, man benötigt kaum Geld für das freie Leben, in Norwegen legt man im Supermarkt gefundene abgelaufene Waren aufs Bad und bekommt diese gratis.

    Susi-Soglos wurde ich genannt und ja, es gab eine Opferrente ab 2007 und da ging es ab nach Thailand, wo man sich für 250 Euro im Monat auch ein Billighotelzimmer leisten kann. Das Leben als Wundertüte begreifen = Sorge dich nicht lebe – nicht an Rente denken, es wird eh bald das UBI-BGE für alle geben.

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    • ben
      23. Juni 2019 @ 6:49

      Vielen Dank fürs Teilen, Steffen! Das hört sich wirklich nach einem abwechslungsreichen und aufregenden Leben an. Schön zu hören, dass du deinem Herzen gefolgt bist, auch wenn dies sicher nicht immer einfach war. Folgende Frage ist mir beim Lesen gekommen: Meinst du, du wärst denselben freien Weg gegangen, auch wenn du nicht in jungen Jahren durch diese überpräsente Mauer so eingesperrt gewesen wärst? Bin schon auf deine Antwort gespannt.
      Viele Grüße, Ben

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